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Shincheonji

 

Shincheonji (auch Shinchonji, übersetzt „Neuer Himmel und neue Erde“) ist eine 1984 von Man-Hee Lee in Südkorea gegründete Neureligion. Lee wird von seinen Anhänger*innen als der „verheißene Pastor der Endzeit“ angesehen, und ihm werden dabei besondere geistliche Eigenschaften zugeschrieben. Er verkündet, dass das in der Offenbarung des Johannes beschriebene Endgericht nicht mehr fern sei und nur diejenigen gerettet würden, die der Lehre von Shincheonji folgen.

 

Aus theologischer Sicht werden insbesondere der exklusivistische Wahrheitsanspruch, die starke Endzeitorientierung, Neuoffenbarungen sowie ein ausgeprägtes dualistisches Weltbild kritisch bewertet.

 

Im Zuge von Gesprächen mit Personen, die Kurse von Shincheonji besuchten, wird häufig über Themen wie fanatische Anhängerschaft, Konflikte in Familien und Beziehungen, Angstzustände, Missionierungsstrategien mit Tarnorganisationen und Decknamen, Versuche der Einflussnahme auf Kirchengemeinden sowie psychischer Belastung von Interessenten und deren sozialem Umfeld berichtet.

 

Gruppen, die ebenfalls auf Man-Hee Lee zurückgehen sind z.B.: Zion Christliches Missions Zentrum, HWPL („Heavenly Culture, World Peace, Restoration of Light“), IPYG („International Peace Youth Group“), IWPG („International Womens Peace Group“), WARP („World Alliance of Religions for Peace), DPCW („Declaration of Peace and Cesssation of War“), YEPC „Education for You, for Youth, for Everyone“), „We are One“, „Art for Peace“, Zion Bible Academy, Biblescout24, Life and Hope, Zoomflixchurch.

 

 

 

 

Hinweise auf Grund von Kontaktaufnahmen mit kirchlichen Institutionen (2021):

 

Neue Kampagne von Shincheonji

 

Die koreanische religiöse Bewegung Shincheonji Church of Jesus tritt wieder an die Öffentlichkeit. Sie plant für die kommenden Tage eine Pressekonferenz mit ihrem Gründer Man-Hee Lee.

Damit will sie auf Videovorträge ihres Gründers und Vorsitzenden hinweisen, die in den vergangenen Monaten gehalten wurden. Inhalt waren die Auslegungen des letzten, sehr schwer zu verstehenden, Buches der Bibel, der Offenbarung des Johannes. Beworben wird die Pressekonferenz damit, dass Shincheonji, wie die Organisation selber behauptet, im Gegensatz zu anderen Kirchen in Europa, eine „rasant wachsende Gemeinde“ sei.

Schon im Herbst 2021 wurden gezielt hauptamtlich in Kirchen oder Freikirchen Tätige von Shincheonji-Mitgliedern kontaktiert und zu „Pastoren- und Leiterschaftsseminaren“ eingeladen. Diese Aktion wiederholt sich nun, ausgehend von der Gemeinde in Frankfurt/Main, im Februar 2022 mit der Einladung zu dieser Pressekonferenz.

 

Shincheonji ist eine koreanische christliche Neureligion, gegründet von Man-Hee Lee. Dieser wird von seinen Anhänger*innen als „der verheißene Hirte der Endzeit“, „Boten den Jesus gesandt hat“ bezeichnet. Lee behauptet, Jesus persönlich hätte ihm gezeigt, wie die Offenbarung erfüllt wurde oder wird und ihn gesandt, das Gesehene zu bezeugen. Lee wird von seinen Anhängern*innen als von Gott Gesandter in einer Reihe mit Moses und Jesus gesehen. Er behauptet, dass er allein die Bibel „richtig“ auslegen könne und begründet damit ein umfangreiches System an Kursen, Lernstoffen und Prüfungen für die Mitglieder. Christlichen Kirchen, bzw. Menschen, die ihn und seine Kirchengründung kritisieren wird unterstellt, nicht an die Worte des Neuen Testaments zu glauben.

Personen, welche die Organisation verlassen haben, erzählen, dass sie mit den anderen Teilnehmer*innen der Bibelkurse keinen Kontakt haben und alles dem Zeitplan der Organisation unterordnen sollten. Im Zusammenhang mit dem Ausstritt aus der Gemeinschaft berichten einige von Angst, den Zorn Gottes auf sich zu ziehen und den „rechten Pfad“ zu verlassen, dem Teufel in die Hände zu fallen.

 

Erfahrungsbericht:

  • Meine Shincheonji-Episode | Confessio

 

 

 

 

Hinweise auf Grund von Kontaktaufnahmen mit kirchlichen Institutionen (2026):

 

Achtung bei Zuschriften von „HWPL: Ökumene und Jugend: Dürfen wir Sie kennenlernen?“

 

Derzeit erhalten Pfarren, kirchliche Einrichtungen und Gemeinden vermehrt Einladungen von HWPL Österreich zur Zusammenarbeit. Hinter HWPL steht die südkoreanische Neureligion Shincheonji. Die Kontaktaufnahme zu christlichen Kirchen und Gemeinden ist Teil der Strategie der Gruppe, um Beziehungen aufzubauen und die eigene Organisation bekannter zu machen.

 

Die Gefahr einer Instrumentalisierung durch Shincheonji ist dabei hoch. Bereits die Teilnahme an Veranstaltungen wird häufig zu Werbezwecken für die Organisation und ihre Initiativen genutzt, wie auch aus den versendeten Informationsunterlagen hervorgeht.

 

Von einer Teilnahme an Veranstaltungen von Shincheonji oder ihr nahestehenden Organisationen wird daher abgeraten. Auch bleibt unklar, wie personenbezogene Daten verarbeitet und weiterverwendet werden.

 

Wer von Missionar*innen oder Vertreter*innen von Shincheonji kontaktiert wird, sollte Einladungen zu Veranstaltungen oder Seminaren freundlich, aber bestimmt ablehnen. Auf entsprechende Schreiben muss nicht reagiert werden. In manchen Fällen berichten Pfarren und Gemeinden auch von wiederholten telefonischen Kontaktversuchen. Lassen Sie sich davon nicht unter Druck setzen.

 

 

Weiterführende Informationen finden Sie hier:

  • Zentrum Ökumene (2023): Empfehlungen zum Umgang mit Shinchonji“: Leitfaden_Shincheonji_2023.pdf
  • EZW (2025): Artikel Shincheonji:
    https://www.ezw-berlin.de/publikationen/artikel/shincheonji/

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