GeschichteDie Elaia Christengemeinden gehen aus der Bewegung der Freikirchen hervor. Freikirchen haben sich in Folge der Reformation des 16. Jahrhunderts neben den Volkskirchen entwickelt. Sie verstehen Kirche als Gemeinschaft aller an Jesus Glaubenden. Darum ist die persönliche Glaubensentscheidung für ein Leben mit Jesus als Erlöser und Herrn die Voraussetzung für die Mitgliedschaft in einer Freikirche, wie auch die Bereitschaft, sich mit Lehre, Struktur und Prägung der Gemeinde zu identifizieren. Die Taufe steht für Mitglieder der Freikirchen nicht am Anfang des Lebens, sondern wird an einem Erwachsenen dann vollzogen, wenn er eine bewusste Glaubensentscheidung für ein Leben in der Nachfolge Jesu getroffen hat.1
Ausschlaggebend für die Entstehung der Elaia Christengemeinden war eine Vision von zunächst zwei Freikirchen, der Ichthys Gemeinde Wiener Neustadt und dem Christlichen Zentrum Amstetten sowie der Rhema Gemeinschaft Linz, nämlich die Vision über ein Netzwerk von freien Gemeinden in Österreich, die eine gemeinsame Sicht über die Bedeutung des edlen Ölbaums (Elaia) Israel verbindet und der Überzeugung sind, als "Christen aus den Nationen" in diesem Ölbaum eingepflanzt zu sein (Römer 11) und dem Wollen, dies auch in ihrer Theologie und religiösen Praxis auch zum Ausdruck zu bringen. Dieser grundlegenden Vision schlossen sich zwei weitere Freikirchen, das Christliche Zentrum Wien und die Gemeinde "Leben in Christus" Gmunden an. So kam es im Oktober 2005 dazu, dass diese fünf Gemeinden mit dieser Vision beim Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur den Antrag auf Erwerb der Rechtspersönlichkeit als "staatlich eingetragene religiöse Bekenntnisgemeinschaft" stellten. Mit dem Zusammenschluss unter der Vision des Ölbaumes möchten diese Gemeinden eine "deutliche Stimme innerhalb des gesamten Leibes Christi für dieses wesentliche theologische Grundanliegen.
Am 13. Oktober 2005 wurde das Ansuchen um Aufnahme in die Bekenntnisgemeinschaften an das Bundesministerium gerichtet. Nach Ablauf der Frist von 6 Monaten erfolgte der positive Bescheid der Anerkennung der "Elaia- Christengemeinden" durch das Bundesministerium per 21. April 2006. 2
Glaubensgrundlagen"Elaia" ist der griechische Ausdruck für Ölbaum, den der Apostel Paulus im Römerbrief verwendet. Der theologische Begriff des "Ölbaums" ist im gemeinsamen Bekenntnis der Elaia Christengemeinden jener Ausdruck, der ihnen entscheidende Prägung verleiht. Der "edle Ölbaum" ist ein Bild aus dem Römerbrief 11, mit dem Paulus die fundamentale Zusammengehörigkeit vom Leib Christi aus den "Heidenvölkern" und dem glaubenden Israel, ausgehend von Abraham, beschreibt. Diese Sichtweise führt zu einem Verständnis von "Ekklesiologie", durch das sich die Elaia Christengemeinden definieren. Sie verstehen sich als Teil eines "jüdischen" Baumes, ohne dabei Teil des jüdischen Volkes zu werden. Die jüdischen Wurzeln der heidenchristlichen Kirche ist daher für das Selbstverständnis der Elaia Christengemeinden konstitutiv: Der "edle" Ölbaum ist ein Bild für die Glaubenden Israels von Abraham an (Wurzeln und Stamm) bis zu den an Jesus gläubigen Juden (Judenchristen) aller Zeiten, die als die natürlichen Zweige dieses Baumes dargestellt werden. Daneben werden die an Jesus Gläubigen aus den anderen Nationen (Heidenchristen) als die Zweige eines "wilden" Ölbaumes beschrieben, die durch Jesus auf den edlen Ölbaum aufgepfropft worden sind.3
1. Grundlegende Glaubensaussagen:
Ø Gemäß dem Zeugnis der Bibel bekennen sich die Elaia Christen zu dem einen, einzigen und personhaften Gott als Schöpfer des ganzen Universums, der sich als Vater, Sohn und Heiliger Geist offenbart hat (Trinität).
Ø Der Mensch kann allein durch Jesus Christus, der in seinem stellvertretenden Opfertod am Kreuz die Sünde der Welt und die Strafe dafür auf sich genommen hat, erlöst werden. Wer sich mit Gott versöhnt, empfängt neues, ewiges Leben. Jeder soll Kraft des Heiligen Geistes Zeuge Jesu in der Welt sein.
Ø Elaia Christen bekennen sich zu den Gläubigen aller christlichen Kirchen und möchten in versöhnter Einheit mit ihnen leben, gemeinsam für Jesus eintreten und der Welt dienen. 3
2. Die jüdischen Wurzeln:
Ø Gott hat das Volk Israel erwählt und einen ewigen Bund mit ihm geschlossen, um sich selbst durch die Geschichte dieses Volkes der ganzen Welt eindeutig zu offenbaren. Jesus, der Sohn Gottes, wurde als Jude geboren und berief 12 jüdische Apostel. Er kam als Messias Israels und wurde durch seinen Tod am Kreuz der Erlöser Israels, aber auch der ganzen Welt.
Ø Paulus erklärt am Bild vom edlen Ölbaum Israel, dass die natürlichen Zweige dieses Baumes die an Jesus gläubigen Juden aller Zeiten darstellen, die mit den Glaubenden Israels von Abraham an (Wurzel und Stamm des Baumes) in einer Glaubenslinie stehen, und dass alle an Jesus Glaubenden aus den verschiedenen Nationen solche Zweige sind, die aus einem anderen Baum herausgebrochen und durch Jesus in den edlen Ölbaum Israel eingepfropft worden sind. Dadurch werden sie Teilhaber an dem neuen Bund Gottes mit Israel und erhalten Anteil an den Wurzeln und dem Saft des edlen Ölbaumes.
Ø Die Eingliederung in den edlen Ölbaum Israel durch Jesus muss zur Folge haben, dass diese Tatsache in Theologie und Praxis der Gemeinden sichtbar wird. Deshalb suchen Elaia Christen die Gemeinschaft mit jüdisch messianischen Gemeinden, weil sie sich mit ihnen zum "einen Leib Jesu" gehörig fühlen.
Ø Die Elaia Christengemeinschaft bekennt sich auch zum Land Israel als dem geschichtlichen und geographischen Ort, den Gott dem Volk Israel zum ewigen Besitz gegeben und in dem das ganze Heilswerk Gottes geschichtliche Gestalt gewonnen hat und vollendet wird. Sie stehen als Christen zur Schuld an den Juden und an Israel und versuchen, konkrete Wege der Versöhnung zu gehen. 3
Pastorale ZieleDie Botschaft der Elaia Christen ist, dass Jesus der einzige Retter aus Sünde und Verlorenheit und der einzige Weg in eine versöhnte Gemeinschaft mit Gott ist. Sie möchten dazu beitragen, dass unter Christen unterschiedlichster Herkunft eine neue Liebe zum jüdischen Volk wächst und es zu einem tieferen Verständnis darüber kommt, was es heißt, in den edlen Ölbaum Israel eingepflanzt zu sein. Sie suchen deshalb Kontakte zu messianischen Juden und Gemeinden. Auch andere Christen und Gemeinden sollen ermutigt werden, sich zu Israel als dem auserwählten Volk Gottes öffentlich zu bekennen, für Israel zu beten und gegen jede Form des Antisemitismus aufzustehen.
GemeindenEs gibt zur Zeit fünf Gemeinden in Österreich. Vorsitzender ist Pastor Mag. Helmuth Eiwen von der Ichthys-Gemeinde Wr. Neustadt.
Ichthys Gemeinde Wiener Neustadt, Zulingergasse 6, A-2700 Wiener Neustadt
Christliches Zentrum Amstetten, Kruppstraße 1, A-3300 Amstetten
Christliches Zentrum Wien, Felberstraße 20, A-1150 Wien
Gemeinde - "Leben in Christus" Gmunden, Theresientalstraße 71, A-4810 Gmunden
Rhema Gemeinschaft Linz, Römerstraße 99, A- 4020 Linz 4
Anmerkungen
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Christliches Zentrum Wien - Homepage Stand Dezember 2006
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Pastor Helmuth Eiwen, Ichthys Gemeinde Wiener Neustadt, Dez. 2006
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Präambel zur grundsätzlichen Unterscheidbarkeit der ECG vom 20.4.2006
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Registerauszug des Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur vom 17. Mai 2006
(Bernhard Dobrowsky)
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