Christlicher Informationsdienst - C I D

Sie bezeichnen sich als „bibeltreu“ und „namenlos“. Sie laden zu Vorträgen und Hausbibelkreisen. Mit großem Missionseifer tritt eine kleine Gruppe kirchenloser Christen auf und macht Furore. Soweit zu erfahren war, machte sich die Gruppe bisher im Raum Innsbruck, im Unterland und Zillertal, im Raum Telfs und im Vinschgau in Südtirol bemerkbar. Die Gruppe hat 16 Mitglieder. Sie betreibt Straßenmission. An Ständen bieten sie Bibeln an und verteilen Flugblätter. Sie versuchen, mit Passanten ins Gespräch zu kommen. Sie laden zu Vorträgen und werben (z.B. in der Regionalzeitung „Zillertaler Heimatstimme“) für die Teilnahme an Hauskreisen. Als Initiator der missionierenden Gruppe gilt der Schweizer Einzelprediger Werner Arn. Er leitet in Wattwil in der Schweiz ein Pflegeheim. Er betreibt einen „christlichen Informationsdienst CID“. Immer wieder besucht er die Tiroler Gemeinschaft und hält öffentliche Vorträge.

Nur "Heilige" werden aufgenommen

Die Tiroler Gemeinschaft trifft sich in Innsbruck. Ihr "Hirte" ist Alois Höller aus Oberhofen. Er hat vor Jahren der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Innsbruck den Rücken gekehrt, da sein Bußruf gegen die Verweltlichung der Gemeinde wenig genützt hatte.
Jetzt kümmert sich Höller gewissenhaft darum, dass in die Gemeinschaft nur "Heilige" aufgenommen werden. Er versteht darunter Menschen, die sich zu Jesus bekehrt haben, die Glaubenstaufe empfangen haben und ihr Leben in Heiligkeit gestalten wollen. Erst wer diese Würde erreicht hat, darf neben der Bibelstunde auch bei der Abendmahlfeier teilnehmen. Da die Taufe lediglich ein persönliches Glaubenszeugnis ist und als nicht heilsnotwendig gilt, kann jeder, der sich nicht um Heiligung bemüht, den Heilssegen auch wieder verlieren.

Gänzlich antikirchlich

Werner Arn verspricht, in seinen Vorträgen "Lüge, Betrug und Täuschung in Kirche und Staat" zu enthüllen und über die "biblisch begründete Wahrheit" zu informieren. Er verkündet eine endzeitlich gestimmte Bibellehre. Er wirbt für die Bildung von Bibelkreisen und ruft zum Verlassen jeglicher kirchlicher und freikirchlicher Organisation auf.
Arn lehnt alles Kirchliche pauschal ab. Christen sei entsprechend der biblischen Weisung, nur die Versammlung in einem Hauskreis erlaubt.
Seinen Ausführugen schreibt Arn endgültige Wahrheit zu. Bei seinem ersten Vortrag in Innsbruck sagte er: "Es sind toternst gemeinte Informationen, wo es nichts zu diskutieren gibt, sondern nur Rat gegeben wird."

Die katholische Kirche: eine "Sekte"

"Gott ist nicht in der Kirche", meint auch der junge "Missionar" Fabian E. Seit einem Jahr steht er im vollzeitlichen Missionsdienst. Mit einem Schweizer Landsmann ist er in Tirol unterwegs, Menschen zu bekehren.
Für Fabian ist die Katholische Kirche eine Sekte, weil sie nicht mehr gegen die Sünden kämpfe. Sie habe sich mit der Welt arrangiert. Würden Katholiken einen aufrichtigen Glauben haben, könnten sie - wie er - ein Siegesleben gegen die Sünde führen. Sie müßten sich dann nicht mit allen Formen von Unzucht auch in der Kirche selbst beschäftigen. Wer die Rettungsvorkehrungen der Bibel missachte, gehöre zu den Verlierern beim Letzten Gericht. Dazu zählt Fabian auch den Papst.

Nur Bibelzitate

Der Gründer Arn und seine Missionare wollen durch ihr öffentliches Auftreten Staub aufwirbeln. Sie rechnen, dass die biblisch angekündigte Verfolgung eintritt.
Mit einer gewissen Kühnheit gehen sie davon aus, dass ein Mensch auf einzelne Bibelverse gestützt,  dem eigenen Leben und den Vorgänge in der Welt einen eindeutigen Sinn geben könne. Ungefragt dämonisieren sie Weltliches. Ebenso selbstverständlich gilt das eigene Leben als gerettet, sobald es bibeltreu ist. Sie zwängen Gottes Wille in einzelne Bibelverse. Dies läßt Gott kleinlich und dem Willen des Menschen gefügig erscheinen.
Die rigorose Kritik am weltlichen und kirchlichen Allerlei ist begleitet von einer Belehrung, die zu einer göttlichen Offenbarung hochstilisiert wird. Der Wahrheitsanspruch, mit dem Arn und seine Gefolgsleute auftreten, ist sektiererisch.
Dazu ein anschauliches Beispiel. Als ich mit Alois Höller über die Tätigkeit und Lehre seiner missionierenden Gruppe sprach, sagte er u.a.: "Dieses Gespräch wird Dir Gott beim Letzten Gericht vergegenwärtigen, da sich die Möglichkeit zur Bekehrung bot. Er wird Dich wissen lassen: damals hat Gott mit Dir geredet"

(Wolfgang Mischitz)

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